
Menschen im Tageshospiz
Schöne Tage trotz schwerer Krankheit
Die Connewitzerin Uta Klose lebt seit dem Tod ihres Mannes und einer Krebserkrankung im betreuten Wohnen. Nach einem schweren Fahrradunfall hat sie auf Anraten ihres Hausarztes das Tageshospiz für sich entdeckt. Zunächst lernte Frau Klose die Räumlichkeiten und das Team bei einem Erstgespräch mit der Sozialarbeiterin kennen und schätzen. Inzwischen ist sie seit einem Jahr hier zu Gast und hat kürzlich ihre Tageshospiz Erfahrungen im Rahmen eines Beitrags für die Seniorenzeitschrift der Stadt Leipzig „Aktiv Leben“ mitgeteilt.
Ein typischer Tag im Tageshospiz der Villa Auguste sieht für Frau Klose so aus:
Wegen krankheitsbedingter Morgenübelkeit verzichtet sie auf das gemeinsame Frühstück mit den anderen Gästen und kommt mit dem Taxi gegen 10 Uhr an. Dann sind einige vielleicht schon spazieren, aber darauf verzichtet sie ebenfalls, denn seit dem Sturz ist ihr Gleichgewichtssinn gestört. Pflegfachpersonal ist immer da und kann jederzeit unterstützen, was sich für sie gleich in der Anfangszeit als sehr hilfreich erwies denn so kam heraus, dass sie keine Schmerzmittel für den Notfall bereit hatte. Im Tageshospiz wird nicht therapiert, die notwendigen Medikamente und Hilfsmittel, müssen selbst mitgebracht werden, aber man wird dabei achtsam begleitet und für Notfälle ist man bestens gerüstet. Das Team hielt Rücksprache mit ihrem Hausarzt und seitdem hat Frau Klose immer eine Notfallration der für sie wirksamen Mittel parat.
Die verschiedenen Kreativ- und Musikangebote nimmt Frau Klose gerne an und findet, dass diese von „echten Persönlichkeiten“ angeboten werden. Zudem schätzt sie besonders den Austausch mit den anderen Gästen, die Begegnungen auf Augenhöhe ohne dabei den Fokus immer nur auf der Krankheit zu haben, sondern mit einer gewissen Lockerheit, mit Akzeptanz und gar Humor zu kommunizieren. Allein die Tatsache, dass man mit seinem Schicksal „nichts Besonderes“ ist empfindet Frau Klose als sehr angenehm. Das Gemeinschaftliche, das Miteinanderfühlen funktioniere „einwandfrei“. Beispielsweise werden Impulse oder die Begeisterung der anderen gerne aufgenommen. Momente echter Anteilnahme entstehen nicht zuletzt im Raum der Stille, wenn es beim Abschiedsritual für verstorbene Tageshospizgäste noch einmal um geteilte Erinnerungen geht und gemeinsam am Ende die Gedenkkerze ausgepustet wird.
Das Schönste am Tageshospiz sei die Horizonterweiterung in jeder Beziehung und die Entwicklung tragender Freundschaften trotz der Altersunterschiede. Auch die ausgeprägte Gastfreundschaft, dass Nahestehende stets willkommen und einbezogen werden, schätzt Frau Klose sehr und empfindet das als bereichernd und hilfreich. Etwa, wenn sich Lebenspartner über ihre Situation offen austauschen können, aber auch mit anderen Gästen das Gespräch suchen. Diese Atmosphäre sei typisch für die Villa Auguste. Jeder kommt ins Tageshospiz Villa Auguste so, wie es ihr oder ihm guttut, so auch Frau Klose. Die vielen Gespräche, das gemeinsame Erleben und Spielen brauchen Energie – mit dieser muss sie haushalten. Manchmal verzichtet sie daher auch auf die Kaffeerunde, denn das frisch zubereitete Mittagessen sei mit Vor- Haupt- und Nachspeise schon sehr reichhaltig und ausführlich. Sie berichtet in ihrem Umfeld sehr gerne vom Tageshospiz und hat sogar schon eine Bekannte mitgebracht. Anlass war ein jahreszeitliches Fest mit Kinderchorauftritt, als sich die Bewohner aus dem Hospiz, Tagesgäste, Angehörige und Ehrenamtliche völlig unverkrampft austauschten. Ein besonders schöner Tag von vielen schönen Tagen, die Uta Klose in der Leipziger Villa Auguste erleben kann.




